EXKLUSIV Max Reger
  30.09.2020 •     Tischtennis Herren 1

EXKLUSIV Max Reger

das Fürchten zu lernen, aber um sich im sportlichen Bereich weiter zu entwickeln. Und dann war da im Frühjahr noch der jähe virus-bedingte Saisonabbruch, der wohl ebenso fest in Erinnerung haften bleiben wird.

„Den Wechsel nach Herrenberg hatte ich mir natürlich reiflich überlegt, aber irgendwie bot sich diese Lösung an“, denkt Max Reger ans letzte Jahr zurück. „Wir waren mit der SG aus der Landesliga abgestiegen, danach hörten zwei Spieler verletzungsbedingt auf und einer wechselte den Verein. Die sportlichen Aussichten waren alles andere als berauschend und ich wollte schon noch weiter auf Landesliga-Niveau spielen.“ Da kam die Anfrage vom VfL ganz gelegen. „Ich kannte ja alle Spieler schon zuvor recht gut, insofern wusste ich, was da auf mich zukommen wird.“ Unabhängig vom Erfolg der Herrenberger, die im Nachgang als Relegationszweiter sogar noch den (Wieder-)Aufstieg in die Verbandsklasse realisierten, machte Max Reger Nägel mit Köpfen und machte das Engagement im Gäu fest. „Mit etwa 45 Minuten Fahrzeit hält sich der zeitliche Aufwand noch in Grenzen“, sagt der 26-jährige, der im weitläufigen Bezirk Oberer Neckar nicht allzu viele Alternativen gehabt hätte.

Ein bisschen Wehmut dürfte dennoch dabei gewesen sein, als er die Zelte in dem Verein der 6000-Seelen-Gemeinde Deißlingen abbrach. „So ganz bin ich da ja nicht draußen“, sagt Reger, „ich trainiere immer noch ein bis zwei Mal in der Woche in meinem Heimatverein und leite außerdem dienstags das Jugendtraining.“ Seinen bislang größten sportlichen Erfolg feierte er vor zehn Jahren mit der U 18-Nachwuchsmannschaft der SG, mit der er im schleswig-holsteinischen Schwarzenbek deutscher Mannschaftsvizemeister wurde. Im Finale unterlag man damals nur knapp mit 4:6 dem TSV Neuenstein.

Damals war auch schon der zwei Jahre ältere Devin Wenzel mit dabei. Mit ihm und anderen Teamkollegen der SG ging es dann im Erwachsenenlager sportlich bergauf, zahlreiche Titelgewinne bugsierten die SG von der A-Klasse bis hoch in die Landesliga. Wo nun erst einmal Schicht im Schacht ist, die erste Mannschaft zog sich inzwischen wieder in die Kreisliga A zurück. Zumal sich Devin Wenzel nun auch entschied, seinem einstigen Teamgefährten nach Herrenberg zu folgen. Wenzel nimmt in dieser Verbandsliga-Saison die Position von Piet Herr ein, den es studienbedingt nach Köln verschlug. „Nun geht es in Deißlingen halt wieder in die andere Richtung. Man kann das nicht immer aufrechterhalten, da es auch nicht jedes Jahr möglich ist, junge, eigene Spieler auf starkes Landesliganiveau zu bringen. Unsere frühere zweite Mannschaft ist nun halt wieder die Erste.“

Nachdem sich Max Reger in der vergangenen Saison eine positive Einzelbilanz am mittleren Paarkreuz erspielte, verdiente er sich den Sprung ans Spitzenpaarkreuz, wo er auf Grund des Corona-Stopps allerdings nur wenig Chancen erhielt, sich mit den Besten der Liga zu messen. Diesbezüglich wird nun ein zweiter Versuch unternommen. „Jetzt versuche ich es vorne nochmal gegen die starken Gegner. Da sind natürlich einige dabei, die stärker sind als ich, insofern kann ich völlig ohne Druck spielen“, meint Max Reger, der über seinen Vater zum Tischtennissport kam und auch beruflich in dessen Fußstapfen treten wird. Reger arbeitet in der Kabeltechnik-Firma seines Vaters, beendete letztes Jahr erfolgreich die Technikerausbildung.

Gefragt nach seiner Spielweise, antwortet Max Reger: „Mein Angriffsspiel ist recht vorhandorientiert, mit der Rückhand spiele ich eher abwartend.“ Teamkollege Andrew Schönhaar beschreibt dies in anderen Worten: „Max hat schon einen sehr speziellen Spielstil. Er spielt sehr effektiv und simpel, wenngleich technisch vielleicht nicht ganz so sauber. Mit der Rückhand greift er kaum an, kann aber unheimlich schnittreiche Bälle spielen. Die sind dann vom Gegner wiederum kaum anzugreifen.“ Ungeachtet dessen sieht er in dem Deißlinger eine tolle Verstärkung für den VfL. „Max hat immer Bock auf Tischtennis und ist an den Spieltagen hundertprozentig fokussiert. Im Training sieht das manchmal etwas anders aus, da spielt er öfter schlechter. Auch menschlich passt Max super zu uns. Wenn man nach dem Training oder den Spielen noch gemeinsam unterwegs ist, findet man immer ein Thema abseits des Tischtennis, über das man mit ihm reden kann.“ Der Newcomer im Gäu kontert im Gegenzug: „Ich fühle mich in Herrenberg wirklich sehr wohl. Die Trainingsbeteiligung ist sehr hoch und man hat spielstarke Trainingspartner. Der Verein ist sehr aktiv. Vielleicht spiele ich irgendwann, wenn der zeitliche Aufwand im Beruf zunimmt, mal wieder in niederen Klassen in meinem Heimatverein, aber aktuell könnte ich mir durchaus vorstellen, noch einige Jahre beim VfL auf diesem höheren Niveau aktiv zu sein.“

Mit dem Herrenberger Verbandsliga-Team peilt Max Reger nach Rang fünf im Vorjahr erneut eine Platzierung in der oberen Tabellenhälfte an. „Platz drei oder vier könnte drin sein. Einer der möglichen Titelkandidaten ist für mich die SV Böblingen.“ Gegen jene Böblinger um den Ex-VfL-Spieler Florian Lukas gilt es nun Farbe zu bekennen. „Es muss natürlich gut laufen, wenn wir punkten wollen, aber die letzten Duelle waren immer hart umkämpft. Wir haben ein ausgeglichen stark besetztes Team und sind sicherlich in der Lage, gegen jeden Gegner in der Liga zu bestehen.“ Spielbeginn ist am Samstag um 18 Uhr im Böblinger Tischtenniszentrum.


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