Packendes 8:8-Unentschieden im Stadtderby

  16.01.2023 •     Damen 1 Herren 5 Herren 4 Herren 1
Hochspannung bis zum Ende

Genau vier Stunden und dreizehn Minuten lang lieferten sich die Verbandsoberligisten VfL Herrenberg und TSV Kuppingen II ein packendes Stadtduell, das am Ende beim 8:8 keinen Sieger fand. Bezugnehmend auf die Analysen der jeweiligen Seiten ging der Aufsteiger aus Herrenberg als moralischer Gewinner aus der Partie hervor. „Das Spiel hat gezeigt, dass wir gegen jeden in der Liga eine Chance haben“, sagte VfL-Kapitän Max Hering. Und Kuppingens Manager Werner Schäffer analysierte: „Der Abend lief irgendwie nicht für uns, bei objektiver Betrachtung war’s jedoch ein etwas glücklicher Punkt für die Herrenberger.“ 

Allerdings auch ein durchaus verdienter Punkt, meinte Werner Schäffer, der keinen Hehl daraus machte, dass ihn der Auftritt des Stadtrivalen durchaus imponierte. „Beim zwischenzeitlichen 1:5 habe ich schon das sportliche Unheil über uns hereinbrechen sehen“, meinte Schäffer, „der VfL hat stark gekämpft und ist in der Aufstellung alles andere als ein Abstiegskandidat.“ Grund, Frust zu schieben, hatte Schäffer trotz des gefühlten Punktverlustes nicht, schließlich profitierte der TSV von der gleichzeitigen Niederlage des TTC Ottenbronn, der größte Rivale im Titelrennen unterlag in Hohberg. „Diesbezüglich ist das Wochenende doch nicht ganz so schlecht für uns gelaufen.“

Die Chronologie der Ereignisse im Nachbarschaftsduell hätte durchaus von Alfred Hitchcock inszeniert werden können. Mit vier hart erkämpften Fünfsatzerfolgen und einem Viersatzsieg von Neuzugang Alexander Frank über Luka Jovicic erwischte der Gastgeber einen Traumstart, die Kuppinger konnten nur durch das Doppel Bojan Veselinovic/Aleksandar Blagojevic dagegenhalten. Es dauerte also seine Zeit, bis die Kuppinger Rädchen nach der Winterpause in einander griffen. „Wenigstens haben wir uns dann wieder gefangen und Stück für Stück aufgeholt“, sagte Werner Schäffer im Rückblick. „Bis zum Stand von 6:3 war noch alles prima, aber es war klar, dass jedes der kommenden Einzel auch gegen uns laufen kann“, meinte Max Hering. Und so kam es dann aus Herrenberger Sicht auch: Alexander Frank unterlag im Spitzeneinzel Matija Jovicic, auch „Mudi“ El Haj Ibrahim blieb gegen Luka Jovicic ohne Satzgewinn. Zudem mussten Max Hering, „Dome“ Sanfilippo und Max Reger gratulieren. 

Einzige positive Herrenberger Ausnahme im eher vermasselten zweiten Einzeldurchgang war der glatte Dreisatzerfolg von Andrew Schönhaar über Bojan „Boki“ Veselinovic. „Das Spiel von Andrew ist recht unorthodox, er spielt enorm sicher und verteilt gut mit seiner Noppe. Wenn man da keinen Zugriff auf das Spiel kriegt, verzweifelt man an der Geschichte“, fasste Werner Schäffer die Sachlage für seinen Schützling Bojan Veselinovic zusammen. 

Der Showdown im Schlussdoppel (bei einer Kuppinger 8:7-Führung) war dann an Dramatik im fünften Satz nicht zu überbieten: Andrew Schönhaar und Max Hering lagen gegen Luka Jovic/Petar Knezevic bereits mit 0:5 und 2:7 im Rückstand, legten dann aber eine fulminante Punkteserie hin und hatten beim 10:8 zwei Matchbälle. Doch die Kuppinger meldeten sich zurück, hatten ihrerseits beim 11:10 einen „Championship Point“ – und doch jubelten wenige Sekunden später beim 13:11 die Herrenberger. 

Der Tischtennisthriller brachte am Ende die Punkteteilung, die die Kuppinger mit nunmehr 18:2 Punkten weiter an der Tabellenspitze der Verbandsoberliga sieht. Und die beim VfL für einen Achtungserfolg in Hinblick auf die kommenden nervenaufreibenden Wochen im Zeichen des Abstiegskampfs sorgte. 

Wie schon in der Vorrunde mussten sich die Landesklasse-Frauen des VfL dem Tabellenprimus CVJM Grüntal mit 3:8 geschlagen geben. An das Hinspiel erinnern konnte sich allerdings nur Corinna Thiele, ihre drei anderen Mitstreiterinnen waren damals nicht dabei. Vor allem am Spitzenpaarkreuz waren die Gäste aus dem Freudenstädter Vorort besser, hier gelang dem VfL kein Erfolgserlebnis. So blieb es bei Punktgewinnen von Jacqueline Pirk, Anny Hettler (beide gegen Alessia Duffner) und des Doppels Pia Kalmbach/Jacqueline Pirk. „Abgesehen von zwei Fünfsatzniederlagen gegen die gegnerische Nummer zwei war heute nicht viel mehr drin. Dennoch können wir mit dem Auftritt zufrieden sein“, sagte Jacqueline Pirk.

Die Männer IV verkauften sich gegen den unangefochtenen A-Liga-Herbstmeister TT Deufringen-Aidlingen II teuer, unterlagen nach großem Kampf etwas unglücklich mit 6:9. Bis zum 6:6 ließ sich nicht abschätzen, wer am Ende die Nase vorn haben dürfte, dann gingen allerdings drei Einzel über die volle Fünfsatzdistanz an die Gäste. Recht kurios verlief das Einzel von Philipp Karges gegen Stefan Stuhlpfarrer: Vier Sätze gingen in die Verlängerung, zwischendurch setzte es für Karges einmal die Höchststrafe (10:12, 15:13, 0:11, 12:10, 10:12). Die VfL-Punkte ergatterten derweil Richard Göttler, Holger Salmon, Bernd Schreiner, Sascha Müller, Heinrich Göttler und das Doppel Richard Göttler/Holger Salmon. 

Die Herrenberger Fünfte behielt zum Rückrundenauftakt ihre weiße Weste in der Kreisklasse, beim 7:3-Erfolg über den VfL Oberjettingen III bauten Heinrich Göttler, Philipp Karges, Timo Marquart und Werner Hettler das Punktekonto auf 14:0 aus. 

Thomas Holzapfel

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